Parkende und herrenlose Fahrräder sind nicht nur der Unbill des Wetters ausgesetzt. Sie reizen gleichsam Menschen mit dem entsprechenden Potenzial zu Vandalismus und Diebstahl. Ich selbst habe glücklicherweise nur wenig leidvolle Erfahrungen in dieser Hinsicht machen müssen. Am eindrücklichsten ist mir in Erinnerung geblieben als ich im Jahr 1999 mein damaliges Fahrrad nach einer gescheiterten Beziehung längere Zeit an einem S-Bahnhof zurückließ und erst nach dem Einrichten meines neuen Domizils dazu kam, das Gefährt wieder abzuholen. Zerstörte Fahrradlampen und Reifen waren die Folge. Das war allerdings relativ harmlos im Vergleich zu den Diebstahlfolgen, die ich im neu begonnenen Jahr 2012 in der Kölner Innenstadt beobachten konnte. Weiterlesen
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Räder ohne Räder
Vandalismus am Fahrrad
Was für ein Ärger! Da parkt man sein Fahrrad am Straßenrand an einem Straßenschild stehend und stört dabei keine parkenden Autos – und am Nachmittag zum Feierabend muss ich entdecken, dass jemand das Kabel meiner Gangschaltung am Lenker zerborsten und zerbrochen hat. Das bezeichne ich als Vandalismus! Ich bemerkte beim Fahren zunächst lediglich, dass es sich arg leicht treten lässt. Dann schaltete ich und bemerkte, dass ich die vorderen Ritzel gar nicht mehr betätigen konnte. Die Gangschaltung war nutzlos. Erst beim Anhalten und dem Betrachten der Gangschaltungskabel am Lenker sah ich, dass hier jemand wohl meinem Fahrrad Gewalt angetan hatte. Ob es vielleicht der erwachsene Besitzer des Puky-Rades war, das direkt vor meinem Fahrrad geparkt wurde? Vielleicht war es auch nur Unachtsamkeit, indem sich jemand mit irgendeinem Gegenstand im Kabel meines Fahrrades verhakte und zerrte? Unter Autofahrern ist es üblich, dass zumindest eine Visitenkarte oder ein Notizzettel mit Adresse den Schadensverursacher preisgibt, damit der Schaden über eine Versicherung geklärt werden kann (Fahrerflucht wird ja schwer geahndet). Bei Schäden an Fahrrädern ist dies augenscheinlich wohl nicht nötig…
Ich war stinksauer, zumal ich mein Nachmittagsprogramm ändern musste und die Fahrradwerkstatt meines Vertrauens anfahren musste (immerhin konnte ich auf dem kleinsten Ritzel noch fahren). Glücklicherweise hat es mich nur 15 Euro gekostet, den Schaden beheben zu lassen und ich war dankbar, dass mein Fahrrad sofort repariert wurde. Aber eine ungeplante einstündige Wartzezeit, das Wissen um eine Verstümmelung meines Fahrzeuges und die Phantasien über die mögliche Ursache bzw. den Täter vermiesten mir den restlichen Tag und Abend.
Jetzt denke ich darüber nach, dass ich eigentlich gerne eine gesicherte, abschließbare Einstellfläche für mein Gefährt hätte, damit nicht irgendwelche Idioten aus welchen Gründen auch immer gerade mein Fahrrad beschädigen. Aber dieser Gedanke ist wohl unrealistisch. Mein Arbeitgeber wird wohl nicht einen der (Auto-) Parkplätze vor dem Haus für das Errichten einer überdachten und abschließbaren Fahrrad-Abstellanlage opfern. Da ich das Fahrrad nicht in dem Haus deponieren kann, in dem ich arbeite, werde ich wohl weiterhin mit der Stange des Straßenschildes vorlieb nehmen müssen.

