Was sind das für Tage! Am Montag muckte das Tretlager beim Fahren, indem es knackende Geräusche und rucklige Bewegungen verursachte. Die Kette quietschte. Beides war nicht gut zu ertragen, weshalb ich das Fahrrad nach der Arbeit zur Werkstatt brachte.
Am Dienstag Morgen fuhr ich deshalb zur Abwechslung mal mit der Straßenbahn zur Arbeit; zunächst natürlich stehend, weil das angekündigte “erhöhte Fahrgastaufkommen” aufgrund heftigen winterlichen Schneefalls die zur Verfügung stehenden Sitzplätze reduzierte. Am Nachmittag holte ich dann mein Fahrrad aus der Werkstatt. Neben dem Anbringen neuer Bremsbeläge, die wohl nahezu vollständig abgefahren waren, und der Ölung von Kette und Ritzeln wurde das Tretlager festgeschraubt. Nun ja, die komischen Geräusche und Bewegungsunterbrechungen sind vorbei und die Kette quietscht nicht mehr. Und das Bremsen ist wieder überaus erfreulich möglich.
Das Fahren von der Innenstadt nach Köln-Mülheim gestaltete sich dann nicht sehr schön. Auf den Fahrradwegen standen maximal linealbreite, serpentinenförmige Fahrrinnen zur Verfügung. Auf der Straße spritze dagegen der schmutzige Schneematsch und wurde von nervös fahrenden Autos herumgespritzt. Beide Fahrmöglichkeiten stellten sich gleichermaßen unangenehm dar. Ich entschied mich für den Radweg – trotz rollatorähnlicher Geschwindigkeiten, die maximal möglich waren. Vor der Mülheimer Brücke war der Radweg geräumt und zügig befahrbar, wohingegen der Fußweg interessanterweise nicht geräumt war und mir Kinderwagen führende Mütter auf dem geräumten Radweg entgegen kamen. Insgesamt war die Fahrt recht anstrengend und nervig bei der eisigen Kälte.
Nach meinem Termin in Mülheim entschied ich mich deshalb erstmalig – seitdem ich in Köln lebe – mein Fahrrad in die Straßenbahn zu stellen und so nach Hause zu gelangen. Übrigens zu – wie ich finde – horrenden Preisen: So durfte ich nicht nur 2,40 Euro für die Fahrt selbst bezahlen, sondern den gleichen Preis noch einmal für die Mitnahme des Fahrrads. Dabei konnte ich mir noch nicht einmal einen Sitzplatz genehmigen, weil ich das Fahrrad im Türbereich aufstellen und festhalten musste. Eine Befestigung des Rades während der Fahrt war nicht möglich. Wenigstens hat mich keiner der Mitfahrenden angeblufft, weil ich den Einstiegsbereich mit meinem Fahrrad natürlich einengte (im Notfall hätte ich auf den von mir bezahlten Fahrpreis verwiesen und mein dadurch entstehendes Anrecht, auch mein Rad hier zu platzieren). Teilweise hatte ich sogar Sorge um mein Fahrrad, weil sich eine dichte Menschentraube im Türbereich einzwängte und einige mein Fahrrad als Anlehnhilfe gebrauchten. Zumindest musste ich mich nicht auf vereisten und ungeräumten Wegen mit meinem Rad quälen. Irgendwie hatte ich dazu heute Abend überhaupt keine Lust.
Die nächsten im Laden verfügbaren Winterreifen mit Spikes sind jedenfalls meine, soviel steht fest.