Archiv der Kategorie: Fahrradpflege

Vom Driss mit dem Riss: Der aufgeplatzte Gelsattel

geplatzter Gelsattel

Nach noch nicht einmal eineinhalb Jahren Benutzung ist mein Gelsattel aufgeplatzt. Ende letzten Jahres war es nur ein kleiner Riss, jetzt hat er sich schon deutlich ausgebreitet.  Ich habe gelesen, dass dies mit Kälte- und Feuchtigkeitseinwirkung zu tun haben kann. Allerdings bekommt der Sattel im Freien immer einen Schutz aufgezogen, wenn Regen droht. Und ansonsten steht das Rad im Keller.

Entweder ist die Marke Selle Royal gar nicht so königlich. Oder es ist einfach nur ein Billigteil (der Sattel war beim Fahrradkauf bereits installiert). Nun werde ich mir in der nächsten Zeit wohl doch konkretere Gedanken über einen Neukauf machen müssen. Ich hätte ja auch wieder Lust, mit einem Brooks-Sattel zu fahren. Aber soweit ich weiß gibt es dort nicht die Möglichkeit dieser freundlichen “Hydraulik”, die mein jetziger Sattel besitzt. Und eigentlich ist das Sitzen auf dem gelgepolsterten Material auch recht angenehm. Mal schauen…


Winter: Werkstatt, verschneite Wege und mein Fahrrad in der Straßenbahn

Was sind das für Tage! Am Montag muckte das Tretlager beim Fahren, indem es knackende Geräusche und rucklige Bewegungen verursachte. Die Kette quietschte. Beides war nicht gut zu ertragen, weshalb ich das Fahrrad nach der Arbeit zur Werkstatt brachte.

Am Dienstag Morgen fuhr ich deshalb zur Abwechslung mal mit der Straßenbahn zur Arbeit; zunächst natürlich stehend, weil das angekündigte “erhöhte Fahrgastaufkommen” aufgrund heftigen winterlichen Schneefalls die zur Verfügung stehenden Sitzplätze reduzierte. Am Nachmittag holte ich dann mein Fahrrad aus der Werkstatt. Neben dem Anbringen neuer Bremsbeläge, die wohl nahezu vollständig abgefahren waren, und der Ölung von Kette und Ritzeln wurde das Tretlager festgeschraubt. Nun ja, die komischen Geräusche und Bewegungsunterbrechungen sind vorbei und die Kette quietscht nicht mehr. Und das Bremsen ist wieder überaus erfreulich möglich.

Das Fahren von der Innenstadt nach Köln-Mülheim gestaltete sich dann nicht sehr schön. Auf den Fahrradwegen standen maximal linealbreite, serpentinenförmige Fahrrinnen zur Verfügung. Auf der Straße spritze dagegen der schmutzige Schneematsch und wurde von nervös fahrenden Autos herumgespritzt. Beide Fahrmöglichkeiten stellten sich gleichermaßen unangenehm dar. Ich entschied mich für den Radweg – trotz rollatorähnlicher Geschwindigkeiten, die maximal möglich waren. Vor der Mülheimer Brücke war der Radweg geräumt und zügig befahrbar, wohingegen der Fußweg interessanterweise nicht geräumt war und mir Kinderwagen führende Mütter auf dem geräumten Radweg entgegen kamen. Insgesamt war die Fahrt recht anstrengend und nervig bei der eisigen Kälte.

Nach meinem Termin in Mülheim entschied ich mich deshalb erstmalig – seitdem ich in Köln lebe – mein Fahrrad in die Straßenbahn zu stellen und so nach Hause zu gelangen. Übrigens zu – wie ich finde – horrenden Preisen: So durfte ich nicht nur 2,40 Euro für die Fahrt selbst bezahlen, sondern den gleichen Preis noch einmal für die Mitnahme des Fahrrads. Dabei konnte ich mir noch nicht einmal einen Sitzplatz genehmigen, weil ich das Fahrrad im Türbereich aufstellen und festhalten musste. Eine Befestigung des Rades während der Fahrt war nicht möglich. Wenigstens hat mich keiner der Mitfahrenden angeblufft, weil ich den Einstiegsbereich mit meinem Fahrrad natürlich einengte (im Notfall hätte ich auf den von mir bezahlten Fahrpreis verwiesen und mein dadurch entstehendes Anrecht, auch mein Rad hier zu platzieren). Teilweise hatte ich sogar Sorge um mein Fahrrad, weil sich eine dichte Menschentraube im Türbereich einzwängte und einige mein Fahrrad als Anlehnhilfe gebrauchten. Zumindest musste ich mich nicht auf vereisten und ungeräumten Wegen mit meinem Rad quälen. Irgendwie hatte ich dazu heute Abend überhaupt keine Lust.

Die nächsten im Laden verfügbaren Winterreifen mit Spikes sind jedenfalls meine, soviel steht fest.


Quietschender Sattel: Vom Aushalten, Bedenken und späten Handeln

Es ist schon seltsam: Da quietscht mein Sattel seit Mai diesen Jahres und ich unternehme effektiv nichts. Ich halte das Quietschen einfach aus. Und denke darüber nach, ob ich das Problem in der Fahrradwerkstatt lösen lasse oder ob ich nicht selbst erst einmal nachschauen sollte. Interessanterweise können solche Gedankenspiralen sehr lange dauern.

Heute nun habe ich meine Fahrradtaschen gereinigt, da sie nach den jüngsten Regentagen ziemlich verschmutzt waren. Und dabei kam mir dann in den Sinn, das Sattel-Quietsch-Problem endlich einmal anzugehen. Mit einer Flasche WD-40 bin ich also in den Keller herabgestiegen und habe die Gelenke meines gefederten Sattels eingefettet. Und siehe da: Es ist kein Quietschen mehr zu hören. So einfach war das. Nun werde ich also endlich in einsameren Straßen und stillen Parks nicht mehr die Ruhe stören durch rhythmische Quäk-Geräusche. Die Gedankenspirale ist aufgelöst, so dass beim Radfahren wieder mehr Raum vorhanden sein wird für das Wahrnehmen anderer Dinge und das Nachdenken über sie . Das nächste Quietschen werde ich hoffentlich schneller beheben.


Regenschutz macht Sattel nass

Sattelschutz

Lange habe ich ihn nicht wirklich gebraucht: Den Regenschutz für meinen Sattel. Doch jetzt hat der Herbst auch beim Wetter begonnen. Wenn ich nicht gerade im Regen nach Hause fahre und sowieso eine Regenhose anhabe, freue ich mich über einen trockenen Sattel beim Radfahren. Vor einiger Zeit hatte ich mir einen Regenschutz bei Tchibo gekauft. Der wirkte zunächst unglaublich praktisch, weil er in einer kleinen Dose untergebracht war, die am Sattelrohr befestigt werden kann. Allerdings stellte ich fest, dass mein Sattelrohr gar nicht dafür geeignet ist, so dass ich den Sattelschutz so mit mir herumtrage bzw. ihn am Sattel anbringe. Das ist soweit in Ordnung.

Sattel nach Entfernen des Sattelschutzes

Der wirkliche Nachteil dieses eigentlich robusten schwarzen Überzugs: Wenn ich ihn nach einer Regenphase wieder vom Sattel entferne, ist dieser nass. Irgendwie scheint es einen Feuchtigkeitsstau unter dem Überzug zu geben. Die Oberseite ist laut Produktlabel aus Polyurethan gefertigt, die Unterseite aus Polyester. Da ich mich mit derartigen Angaben nicht auskenne, sagen mir diese Angaben lediglich insofern etwas, als dass es sich um Kunststoffe handelt – und diese rubriziere ich unter “wasserdicht”. Nun gut – dies ist nicht wirklich eine große Angelegenheit. Ein kleines Stück Kunststoffprodukt für einen Sattel. Aber es ist doch verdammt unangenehm, einen nassen Hintern zu bekommen bzw. nach Abziehen des Schutzes erst einmal mit einem Tuch alles trocken zu wischen (dann kann ich mir das ganze Regenschutzübergeziehe auch sparen).

Nachdem ich diese Erfahrung seit längerer Zeit mit stoischer Ruhe ertrage, reicht es mir nun. Ich begebe mich auf die Suche nach einem Sattelschutz, der keine Feuchtigkeit staut. Aber ob mir Verkäufer da Beratung geben können? Wahrscheinlich werde ich einfach ausprobieren und fünf Euro hier und sechs Euro dort ausgeben müssen.


Fahrradverleih des Grauens

Endlich Urlaub! Wir sind am Bodensee in einem kleinen Ort in der Nähe von Lindau. Und hier bietet es sich natürlich an, auf das Fahrrad zu steigen und dem Bodenseeradweg zu folgen. Also wollen wir zwei Fahrräder ausleihen. Unser Urlaubsort besitzt genau einen Fahrradverleih; der hat sozusagen eine Monopolstellung inne. Was wir dann angeboten bekamen waren keine Fahrräder mehr sondern geflickte, scheppernde, klackende Fahrgeräte, denen teilweise Metall- und abdeckende Teile fehlten. Ein ferienfrohes Fahren wäre mit solchen Geräten nicht möglich – und das für fünf Euro am Tag. Meine Probefahrten mit den mir angebotenen zwei Rädern fielen entsprechend ernüchternd aus. Und bereits während dieses Fahrens überlegte ich, ob ich mich moralisch zum Entleihen verpflichtet fühlen muss, da wir ja trotz Hochsaison noch Fahrräder angeboten bekamen, oder ob ich meinem entnervten Gefühl folgen darf, das bereits frustrierte Radfahrten antizipierte. Ich entschied mich für Letzteres, bedankte mich für die Auswahl und stellte klar, dass keines der Räder einwandfrei funktioniere und in keiner Weise meinen Ansprüchen entspräche. Wir verließen diesen Fahrradverleih des Grauens und schauen einfach in den benachbarten Orten nach Freude verbreitenden Leihrädern.
Was mich übrigens sehr wundert: Es scheint genug Leute zu geben, die solche Nicht-Fahrräder ausleihen und sogar noch gut finden…


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