Baustellendenkmal

Es war einmal vor vielen Jahren, da verschönerte sich ein Gymnasium in Köln seine Fassade. Die Umbauten waren so gewaltig, dass Teile des Fußweges, der an dem Gebäude vorbeiführte, gesperrt werden mussten. Wie gut, dass es den daneben liegenden Radweg gab. Nun durften alle Fußgänger den Radweg benutzen und den Radfahrern wurde die Weiterfahrt darauf alternativlos untersagt. Schließlich könnten sie die Fußgänger gefährden. Nach der Baustelle können alle ja wieder ihre Wege benutzen. Für diese Hinweise gibt es schöne Schilder, die hat man an den Laternenmasten angebracht. Die Arbeiten konnten irgendwann auch beendet werden. Doch was geschah mit den schönen Schildern?

Sie wurden ganz traurig, denn man hatte sie vergessen. Vielleicht hingen sie auch einfach zu hoch und es war den Arbeitern nicht zuzumuten, so hoch zu klettern und sie herunterzuholen. Aber auch dies macht die Schilder nicht fröhlicher.

Und so hängen sie noch heute an den Laternenmasten und gehen ihrer Arbeit nach. Sie weisen die Vorbeigehenden und -fahrenden darauf hin, dass nur Fußgänger dieses Stück Trottoir benutzen dürfen und untersagen Radfahrern die Nutzung. Und weil es offizielle Verkehrsschilder sind, müsste man ihrer Aufforderung auch nachkommen. Doch die Menschen beachten sie nicht mehr, denn sie hängen dort sinn- und nutzlos herum.

Auf diese Weise symbolisieren die blauen Verkehrsschilder eine gewisse Form von Beständigkeit in der Systematik Kölner Baustelleneinrichtungen und Verkehrsführungen. Und positiv gewendet lässt es sich so sehen: Da sie nun dort weiter hängen, kann sie niemand an anderer Stelle aufhängen.

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