Fahrradcodierung!?

Beispiel einer Fahrradcodierung (Bild: Wikimedia Commons)

Vor einigen Tagen erhielt ich eine E-Mail von einem Anbieter für Fahrradcodierungen in Köln und Mönchengladbach. Zwar möchte ich seine Anfrage auf Verlinkung nicht positiv beantworten, nichtsdestotrotz hat mir die Nachricht ein Thema ins Bewusstsein gerückt, dem ich im allgemeinen nur wenig Aufmerksamkeit schenke: Dem Fahrraddiebstahl. Ok, ich schließe mein Fahrrad in der Regel mit zwei Schlössern recht gründlich an und ab. Aber an  den Fall, dass mein täglich genutztes Vehikel wirklich mal gestohlen wird, möchte ich nicht wirklich dauernd denken. Nun brachte mir die erwähnte E-Mail dieses Thema wieder auf den Tisch.

Schon vor längerer Zeit hatte ich wahrgenommen, dass insbesondere der ADFC die Fahrradcodierung propagiert. Aber auch einige Polizeidienststellen scheinen parallele Codierungssysteme zu verwenden. Sie sind wohl insbesondere dahingehend nicht kompatibel, dass die eine Codierung ohne eine zentrale Datenbank auskommt und die andere ebendiese benötigt.

Ich bin mir schlussendlich immer noch nicht sicher, ob eine Codierung meines Fahrrades notwendig ist (ein paar Euro kostet es ja schon). Mich würde interessieren, welche Einstellungen bzw. Erfahrungen bei Euch zu diesem Thema vorliegen.

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Über Roland Brühe

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12 responses to “Fahrradcodierung!?

  • TuxDerPinguin

    Habe mir über das Thema auch grad Gedanken gemacht… mir kommt allerdings der Preis der verlinkten Website recht hoch vor…
    auf Seiten des ADFCs findet sich irgendwo eine Übersicht, wo es gemacht werden kann. Die Verkehrswacht bei mir nimmt 3€, bietet dafür allerdings auch nur wenige feste Termine im Monat…

    und bei dem Preis habe ich dann nicht mehr lange überlegt… werde dort vorbeifahren, wenn ich mal Zeit hab.

    Ich denke jedoch, dass auch mit der Kennzeichnung die Aufklärungsquote sehr gering bleiben wird… hat jedoch vielleicht eine abschreckende Wirkung auf Diebe, weil es mehr Anstrengungen bedarf beim Weiterverkauf und dann vielleicht lieber das Rad daneben ohne Kennzeichnung… ;-)

  • Velopflock

    Ein Code im Rahmen eingraviert ist an sich ja schon nicht verkehrt. Natürlich lässt sich der rausschleifen, aber eine Gravur ist tausendmal besser als unsere helvetischen Klebvignetten. Das Angebot müsste allerdings gut koordiniert sein und einen Datenbankzugang bieten (siehe Link), sonst ist das für die Katze.

  • henning

    soweit ich weiß gibts das in bremen von der polizei 1x im Monat kostenlos, bei dir in der gegend evtl. auch?

  • Hannes

    Richtig, die Polizei macht es in der Regel kostenlos. Meist findet sowas auf “Volksfesten”, großen organisierten Radtouren oder im Zuge entsprechender Kampagnen statt.

    Ich habe selbst auch schon einige meiner Räder codieren lassen, verspreche mir aber nicht zu viel davon. Immerhin ist es ein leichtes für den Dieb, die Codierung mit der Metallfeile zu entfernen und mit Spachtel oder Zinn aufzufüllen. Entgegen der eingeschlagenen Rahmennummer, die auch nach dem Feilen noch mithilfe von speziellen Geräten ausgelesen werden kann, lässt sich die Codierung hinterher nicht mehr nachvollziehen. Ein Vorteil der Codierung ist vielleicht, dass sie sich gut sichtbar am Rahmen befindet während man bei einigen Fahrradherstellern das Gefühl hat, dass sie gar nicht wollen dass die Nummer überhaupt irgendjemand findet. (Besitzer, Polizei)

  • Dirk aus Braunschweig

    Wichtig ist, die Rahmennummer aufzuschreiben und das Rad zu fotografieren. Und ein gutes Schloss, klar. Alles andere halte ich für Aktionismus. Professionelle Fahrradbanden werden sich doch nicht von “achtung, mein Fahrrad ist registriert!” abhalten lassen. Von mir befragte Polizisten (ich hatte einen Fahrraddiebstahl zur Anzeige gebracht…) waren jedenfalls nicht der Auffassung, codieren nützt irgendwem.

  • Kai Erne

    Kai (fahrrad-diebstahlschutz.com)

    Ich hoffe das stört Euch nicht, das ich hier auch mit diskutiere, obwohl ich der besagte Codieranbieter bin, der die Email an Roland geschrieben hat.

    @ Roland
    Die Systeme von Polizei und ADFC sind genau wie bei mir der FEIN-Code. Dieses System ist einheitlich und kommt ohne Datenbank aus. Parallele Systeme mit Datenbanken gibt es soviel ich weiss nur von Drittanbietern, die sich aber nicht durchgesetzt haben.
    @ TuxDerPinguin
    Laut Polizeistatistik steigt die Aufklärungsquote durch die Codierung signifikant und die Diebe werden leichter übeführt.
    @ Hannes
    Der Code ist 0,1 bis 0,2 mm tief eingraviert und kann genau so schwer wie die Rahmennummer entfernt werden und auch hier kann es mit Spezialgeräten wieder sichtbar gemacht werden. Das ist für Diebe einfach unrentabel, da zu schleifen, aufzufüllen und zu lackieren und selbst dann erkennt die Polizei sofort die Manipulation an der für den Code vorgesehenen Stelle.
    @ Dirk aus Braunschweig
    Laut Polizeistatistik werden codierte Räder deutlich weniger geklaut. Warum sollte ein professioneller Dieb das Risiko eingehen, es gibt doch genug uncodierte Räder direkt nebenan. Der Widerverkaufswert sinkt und das Überführungsrisiko steigt.

    Ich habe mich mit dem Thema beschäftigt, weil in meinem Freundeskreis in kürzester Zeit mehrere Fahrräder geklaut wurden und war sofort von der Codierung überzeugt. Auf der Suche nach einem Anbieter habe ich festgestellt, das die Polizei z.B. in Köln gar keine aktuellen Termine hat und vom ADFC hatte ich den nächsten in Leverkusen gefunden.
    Ich war im Radladen. Dort kostete es 24,95 EUR und man bot es mir nur ungerne an. Eine Vermutung ist, das der Radhandel eben lieber den Umsatz von Neufahrrädern hat und somit nicht wirklich daran interessiert ist, die Diebstahlquote zu senken. Darüber hinaus ist das Codieren viel Arbeit und selbst für 24,95 EUR macht man kein dickes Geschäft damit.
    Da dachte ich, es fehlt einfach ein freier Anbieter mit gutem Kundenservice und habe meinen Service eröffnet. Schon jetzt zeigt sich, das viele Kunden mich nachhause bestellen und ihre Räder bequem zum Wunschtermin codieren lassen. Es zählt ja nicht nur der Preis, sondern mancher Kunde mit teurem Rad möchte einfach nicht gerne einen Nachmittag lang bei der Polizei in der Warteschlange stehen. Die Polizei könnte eine größere Nachfrage ja auch gar nicht bewältigen, sonst müsste ja extra dafür Personal eingestellt werden und das bei den klammen Kassen der Länder.
    Natürlich ist das Angebot von der Polizei, der Verkehrswacht und vom ADFC super. Aber daneben ist ja ein Angebot als Heimservice nicht verkehrt. Denn allen gemeinsam geht es ja am Ende um eine gute Sache, nämlich die Codierung möglichst weit zu verbreiten und die Diebstahlzahlen zu senken.

    Ich denke mit Codierung, Schloss und Fahrradpass hat man einen extrem guten Diebstahlschutz.

  • Zweiradler

    Rahmennummer, Foto und Kaufbeleg sollten mehr als ausreichend sein. Außerdem haben einige Rahmenrohre Wandstärken von unter einem Millimeter. Da fragt man sich doch, ob eine Codierung nicht die Stabilität beeinträchtigt.

    Nico

  • Dirk

    @Kai Erne
    Mich macht der Satz “Laut Polizeistatistik steigt die Aufklärungsquote durch die Codierung signifikant und die Diebe werden leichter übeführt.” ein wenig stutzig.
    Diese Statistik müsste m.E. begangene Fahrraddiebstähle beinhalten. Das würde jedoch bedeuten, dass Fahrräder mit Codierung trotzdem gestohlen werden. Das macht den Sinn einer Codierung obsolet.
    Vielleicht mag die Zuordnung zum Besitzer einfacher und schneller für die Polizei von statten gehen. Aber verhindern/abschrecken?

    Wie auch immer. Ich persönlich denke, dass Rahmennummer, Foto und Kaufbeleg neben einem vernünftigen Schloss ausreichen sollten.

    • Kai Erne

      Hallo Dirk, also das codierte Fahrräder trotzdem gestohlen werden ist natürlich so. Wenn die Codierung eine Garantie wäre, wäre es ja zu schön um wahr zu sein ;-)
      Sie werden weniger gestolen als uncodierte, weil der Wiederverkaufswert für die Diebe sinkt und die Gefahr der Überführung der Diebe wächst. Die Diebe verdienen also weniger und werden häufiger erwischt, also meiden Diebe codierte Räder. Nicht mehr und nicht weniger.
      Stell Dir einfach mal vor Du wärst ein Fahrraddieb: Wüdest Du lieber ein codiertes Rad klauen oder das Gleiche nebenan in uncodiert?
      Manche Leute sind auch froh wenn ihr Rad geklaut wird. Ist ja versichert und man bekommt auch nach Jahren den Neupreis und hat wieder ein neues Fahrrad. Es gibt für alles Argumente.
      Viele Fahrradversicherungen geben ja einen Beitragsrabatt von z.B. 10% für codierte Fahrräder. Versicherungen rechnen sich so was genau durch! Die müssen deutlich weniger zahlen weil weniger davon geklaut werden und machen somit mehr Gewinn. Allein dieser Rabatt ist für mich Nachweis genug, das die Codierung die Diebstahlquote senkt.
      Die Codierung ist ein Baustein im Bereich Fahrrad-Diebstahlschutz, neben einem guten Schloß und dem Fahrradpaß. Ich stehe da voll hinter und bin froh, das mein nicht versichertes Fahrrad codiert ist.

  • Kai Erne

    Hallo zusammen,
    wer Lust hat kann gerne auch auf Facebook mit diskutieren: https://www.facebook.com/Fahrradcodierung
    Ich werde dort immer wieder aktuelle Informationen posten…
    Viele Grüße
    Kai

  • N.M.

    Viel mehr als den Diebstahl des Fahrrades fürchte ich Vandalismus und Teileklau. Ich denke auch, dass mein Rad im Falle eines Diebstahls sofort auseiandergenommen und in Teilen verkauft würde. Dagegen hilft die Codierung leider kein bisschen.

    Trotzdem denke ich darüber nach. Die Art der Aufklebergestaltung hält mich bisher noch davon ab.

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