Im Radfahreralltag erscheint der Gepäckträger eine Selbstverständlichkeit zu sein, die ich kaum wahrnehme. Die Taschen anbringen und am Ziel wieder abnehmen. Bis zu jenem Ereignis, das diese Nichtwahrnehmung unterbrach. Es geschah auf einem dieser benutzungspflichtigen Radwege, die zwar asphaltiert aber von hervordrängenden Baumwurzeln erschüttert werden. Ich überfuhr wohl eine dieser Wurzelhervorherbungen und ich hörte einen Knacks oder einen Rumms. Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht. Später erst bemerkte ich beim Abnehmen meiner Office-Tasche, dass ein Rohr des Gepäckträgers gebrochen war. Und zwar genau an einer Stelle, die eine Verbindung zum Hauptteil darstellt, damit die Aufhängeleiste der Tasche nicht nach außen kippt. Ich war nicht nur erschüttert über die Tatsache des Bruches an sich, sonders dass der Bruch schon nach zwei Jahren auftrat. Der KTM-Gepäckträger war genauso alt wie das KTM-Rad an sich – zwei Jahre nämlich. Nun begann eine kleine Odyssee durch die Welt der Fachleute.
Zunächst suchte ich den Fahrradladens meines Vertrauens auf. Sven teilte mir mit, dass man versuchen könnte, die Bruchstelle zu schweißen, was er allerdings nicht durchführen würde. Die Alternative wäre nur ein neuer Gepäckträger. Ich solle es doch mal bei einem Schlosser versuchen. Daraufhin suchte ich einen Karosseriebauer in der Nähe auf (ich war noch nie in einer Autowerkstatt). Mein Anliegen wurde wirklich freundlich aufgenommen. Wichtig war anscheinend die Feststellung, dass der Gepäckträger aus Aluminium bestand. Dieses Material könne man nicht schweißen. Aber mir wurde trotzdem weitergeholfen. Ich bekam einen Fahrradrahmenhersteller empfohlen in der gleichen Straße (von dem ich, am Rande erwähnt, noch nie etwas gehört hatte). Da die dortigen Öffnungszeiten etwas ungewöhnlich sind (17 bis 19 Uhr) suchte ich diesen Betrieb am kommenden Tag auf. Nachdem ich die Werkstatt im tiefsten Hinterhof gefunden hatte, nahm man sich meines Anliegens gerne an. Aber nach einer Materialprüfung erhielt ich die Auskunft, dass zwar ein Schweißen der Bruchstelle möglich sei, ein Bruch an anderer Stelle jedoch sehr wahrscheinlich sei. Dies liegt wohl daran, dass die Hitzeentwicklung durch das Schweißen das daneben liegende Material derart angreift, dass dort ein Bruch möglich wird – und die Länge des Rohrs mit der Bruchstelle ist nur sehr gering.
Also entschloss ich mich notgedrungen, einen neuen Gepäckträger in meinem Fahrradladen zu bestellen. Der soll nun 40 kg Tragegewicht aushalten. Und was wichtig war, ist die separate Führung für Gepäcktaschen unterhalb des eigentlichen Trägerrechtecks. Zusätzlich weist der Gepäckträger “190″ von Hebie auch noch ein sog. “QuickSnap”-System auf, das mittels eines Adapters eine von der Firma angebotene Tasche, eine Hardbox oder einen Korb aufnehmen kann. Ob ich mir diese Komponenten zulegen werde, weiß ich noch nicht (hat jemand Erfahrungen damit?).
Ich hoffe nun sehr, dass diese 90-Euro-Investition (plus Montagekosten) sich rechnen wird. Zwar weiß ich nicht, wie Eure Erfahrungen mit der Lebensdauer von Gepäckträgern bei täglicher Last sind, aber ich erhoffe mir doch eine deutlich längere Lebensdauer des Materials als die zwei Jahre meines vorherigen Modells. Mal schauen…




29. Oktober 2011 um 20:55
Hallo Roland, das gleiche Problem hatte ich auch an meinem KTM-Rad, aber da hielt der Gepäckträger wesentlich länger als 2 Jahre und ich hatte auch megamäßige Einkäufe damit transportiert; allerdings, wenn ich es nun so überlege, war dann die tägliche Nutzung dann irgendwann wohl doch ausschlaggebend (hatte es vorher eher für Touren etc. verwendet). Und dass man alu nicht schweißen kann, wurde mir auch gesagt.
Ich wollte auch immer einen Gepäckträger, wo man die Taschen tiefer einhängen kann, in der Praxis ist das bei meinem allerdings Fummelei, da die untere Aufhängung mehr nach innen liegt, und ich so die Haken immer ein bißchen rum bugsieren muss, das ist etwas schade. Mit Hebi und den Komponenten kenne ich mich nicht aus. Ich wollte immer den Tubus Lock, oder so ählich heißt der, wo man dann noch das Schloß so anbringen kann, dass es keiner Tasche im Weg ist (das war bei mir vorher nämlich auch immer ein Problem).
http://www.bike-x-perts.com/product_info.php/products_id/135977
Hab jetzt einfach mal einen Link kopiert, wo man den sehen kann.
Aber Du bist ja jetzt erst mal für mind. 2 Jahre versorgt…
Viel Spaß damit.
29. Oktober 2011 um 22:51
Hallo Marlina, dieser Tubus Lock ist natürlich ziemlich geil, weil man das Bügelschloss darin unterbringen kann und gleichzeitig noch ein tiefer gelegtes Rohr für die Taschenunterbringung hat. Das war mir nicht bekannt. Allerdings habe ich mein Bügelschloss im Dreieck zwischen “männlicher” Querstange und den schrägen Stangen zum Tretlager unterbringen können. Diese Produktvielfalt ist irgendwie verwirrend und da bin ich irgendwie sehr angewiesen auf die Hinweise meines Fahrradladens. Und wie Du sagst, bin ich nun hoffentlich für die nächsten zwei Jahre versorgt… Ich hoffe es sehr. Jedenfalls hat der neue Gepäckträger heute seine Funktion bewiesen, als ich eine neue Toilettenbrille mit Spannseilen ohne Probleme darauf befestigen konnte und gleichzeitig die übliche Office-Tasche mitführen konnte.
30. Oktober 2011 um 01:14
Na, das ist doch super, dass er schon so brav seinen Dienst tut!

Die Männer haben es ja ohnehin mit der Schloßunterbringung besser, ich fand das schon immer ungerecht….
Ich kenne das mit der Verwirrung ob der Produktvielfalt; wie gut, wenn man dann einen Radhändler des Vertrauens hat… Das erleichtert und beschleuigt Entscheidungen ja doch, außerdem montiert er alles direkt. Ich weiß das auch zu schätzen bei MEINEM Radhändler des Vertrauens
31. Oktober 2011 um 09:36
Einen Gepäckträgerbruch hatte ich noch nie, toi toi toi.
Ich transportiere regelmäßig 2 Getränkekisten auf dem Träger bzw. mit dem Duo-Box-Boy an den Seiten. Daher glaube ich ja eher an einen Materialfehler als an Überbeanspruchung.
Ich würden den kaputten Träger ja mal spaßeshalber an KTM bzw. den Hersteller schicken (lassen). Wäre doch interessant, was die dazu sagen.
Wenn Marlina das auch schon hatte, gibt es bestimmt noch mehr Betroffene.