Anfahrpunkt fürs Gemüt

Auch das gehört zum menschlichen Radfahreralltag: In Tagen wie diesen, wenn das Gemüt schwer ist, brauche ich einen Punkt, den ich mit meinem Fahrrad anfahren und wo ich nachdenken kann. Also nicht zu Hause auf dem Sofa veröden sondern raus an einen Ort, der den Kopf durchbläst. Am Kölner Rheinauhafen habe ich einen solchen Ort gefunden, der mir da sehr hilfreich ist. Es ist eine kleine Fahrt dorthin. Gelegen am Rheinradfernweg und nach umfangreichen Bauarbeiten erst vor einiger Zeit wirklich fertig gestellt. Bänke aus Beton und Holz mit Rückenlehne laden zum Verweilen ein. Der Blick kann über den Rhein und das rechtsrheinische Ufer schweifen. Schiffe fahren vorbei. Fußgänger, Skater und Jogger sind zu beobachten. Ebenso wie Radfahrer mit ihren unterschiedlichen Radausstattungen, Geschwindigkeiten und Fahrstilen. Und der Wind bläst einem um die Ohren. Von der Südbrücke kommen regelmäßig  die Fahrgeräusche der Güterbahnen. Ich kann dort stundenlang sitzen, schauen und denken. Genau das Richtige für meine momentane Befindlichkeit.

Über Roland Brühe

Pflegepädagoge und -wissenschaftler, Popmusikhörer, Radfahrer, Hobbykoch und Genießer Zeige alle Beiträge von Roland Brühe

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