Es sollte eine gemütliche Sonntagnachmittagtour mit meinem Freund zum Rheinpark in Köln werden. Nachdem wir über die Deutzer Brücke am rechtsrheinischen Ufer angelangt sind und den Weg in Richtung Rhein genommen haben, begegneten wir diversen gelben Schildern, die auf eine Umleitung hinwiesen. Allerdings wirkten diese Schilder eher verwirrend. Bevor wir unter der Deutzer Brücke hindurchfuhren, wies ein Schild auf das Ende der Umleitung hin. Obwohl wir einer größeren Baustelle begegneten gingen wir davon aus, nun also weiter am Rheinufer fahren zu können. Die “Promenade” am Deutzer Ufer wird anscheinend umgebaut. Wir begegneten einem Bauzaun am bisherigen Uferweg und befuhren eine rechts davon gelegene Rampe. Dabei folgten wir anderen Radfahrern und Fußgängern – es war die einzige Möglichkeit zum Fortkommen. Ab dieser Stelle gab es keinerlei Hinweisschilder mehr. Am Ende der Rampe wurde der Weg immer schmaler, so dass ich das Rad schieben musste, um die Fußgänger nicht zu gefährden. Der Weg endete abrupt an einer winzigen steinernen Wendeltreppe, die nach unten führte.
Nun war soziale Kompetenz gefragt. Denn es konnten nur Menschen (mit und ohne Fahrrädern) nach unten gehen oder von unten nach oben gehen. Und es war von oben nicht möglich zu sehen, ob jemand von unten die Treppe bestieg. Es entstand ein Stau auf den Ab- oder Aufgang wartender Menschen. Alle Anwesenden rauften sich zusammen, jedoch war die Atmosphäre von geballter Unzufriedenheit angesichts dieser völlig fehlgeplanten Wegeführung angefüllt. Eine beliebte Spazier- und Radfahrstrecke wird begrenzt durch eine Wendeltreppe, die eine Breite von ca. einem Meter aufweist. Die Stadt Köln hat damit wieder einmal gezeigt, dass sich die Verwaltung dieser Stadt mit ihren ca. einer Million Menschen so verhält, als ob es sich um eine Kleinstadt handelt.

Köln-Deutz, wie es mal war
Foto: Thomas Wolf
Leider habe ich keine Fotos gemacht. Ich war – ehrlich gesagt – zu sehr mit dem Verstehen und der Bewältigung der Situation befasst. Irgendwie haben wir dann den Weg Richtung Tanzbrunnen und zum wieder befahrbaren Rheinufer gefunden. Die Decke des Bodens ist jedoch vollständig entfernt worden; ausschließlich fest getretener Sand bildet den Boden. Aber das ist eine andere Geschichte.
Noch die ganze restliche Fahrt über haben wir uns über die erlebte Situation rund um die Wendeltreppe erregt. Und das, obwohl wir am Sonntag Nachmittag ja eigentlich ganz entspannt waren. Ich erahne die Unzufriedenheit von Radlern, die diesen Weg gewöhnlicherweise alltäglich zurücklegen…


27. März 2011 um 23:04
[...] einer schönen bis erregenden Sonntagnachmittagsfahrt am Rheinufer in Köln gönnten mein Freund und ich uns einen Kaffee. Wir suchten das [...]