Vom Driss mit dem Riss in meinem Sattel hatte ich ja bereits berichtet. Die Dinge schreiten voran, ebenso der Riss – wie eine Steinlaus, die sich langsam durch städtischen Untergrund frisst. Und nun beginnt der Frühling, die Sonne lacht in die Welt und ins Gemüt. Man zieht sich leichtere und sommerlicher erscheinende Kleidung an – da kann ich doch nicht mit einer ästhetischen Katastrophe durch die Welt fahren (denn zur Not ginge es ja, rein technisch gesehen). Also musste ein neuer Sattel her. Im Rahmen der sowieso fälligen Frühjahrsinspektion meines Fahrrades (die Bremsbeläge waren auch mal wieder zu erneuern) erstand ich also einen neuen Sattel.
Im Vorfeld hatte ich mir einige Gedanken gemacht, was es denn nun für ein Sattel sein soll. An einen Brooks-Sattel dachte ich ja schon länger. Allerdings haben mir die Ausführungen insbesondere in der Zeitschrift “Fahrradzukunft” (Ausgabe 11) aufgezeigt, dass ein solcher Kernledersattel doch einiges an Pflege braucht. Und ob ich die würde gewährleisten können, weiß ich nicht. Die so genannten ergonomischen Sättel, die mir im Geschäft gezeigt und empfohlen wurden, sprachen mich nicht wirklich an. Bislang konnte ich auch ohne Schlitz in der Sattelfläche gut und bequem fahren. Also entschied ich mich für einen eher (inzwischen) klassisch anmutenden Gelsattel von Selle Royal. Mit dem bin ich auch ganz zufrieden. Nachdem ich die Neigung des Sattels etwas nach vorne justiert habe, fährt es sich auch recht angenehm.
Jetzt kann ich mein Fahrrad endlich wieder abstellen ohne ästhetische Dissonanzen zu verursachen. Der Frühling kann durchstarten.



