Vielleicht ist es polemisch, das Folgende zu schreiben; vielleicht ist es die Folge einer arg gerichteten Wahrnehmung… Dennoch:
In letzter Zeit begegnen mir verhältnismäßig viele Radfahrer mit Helm, die diesen Eigenschutz mehr oder weniger bitter nötig haben. Denn sie gefährden sich durch ihr Verhalten. Sie kommen mir zahlreich mit hoher Geschwindigkeit auf dem Radweg als Geisterfahrer entgegen – obwohl der vielfach nicht sehr breit ist. Sie fahren in der Dunkelheit ohne Licht, so dass ich sie erst von Nahem erkennen kann. Sie fahren nochmal eben schnell bei roter Ampel über die Straße, obwohl der kreuzende Verkehr schon begonnen hat. Und einige überholen ohne jede Vorsicht oder Ankündigung.
Dies macht den Eindruck auf mich, dass der Helm bei diesen Personen eigentlich nicht dem Schutz vor durch anderen verursachten Unfällen dient, sondern dem Schutz vor Unfällen durch das eigene Verhalten. Vielleicht ist es ja auch so, dass der Helm eine Art Genehmigung für riskantes Verhalten bewirkt – nach dem Motto: “Mir kann ja nichts passieren!” An die anderen Verkehrsteilnehmer scheinen diese Menschen nicht wirklich zu denken.
Was bleibt mir anderes übrig, als das potentiell gefährdende Verhalten dieser Radfahrer zu antizipieren, wenn ich mit dem Fahrrad fahre? Und sollte der nicht zu wünschende Fall eintreten, dass es zu einem Unfall kommt, würde es dann wahrscheinlich in der Unfallliste auf der Website von Velo2010 heißen, dass ich ohne Fahrradhelm unterwegs gewesen wäre… Who is to blame?
Foto von Postkarte: unbekannt


