Endlich Urlaub! Wir sind am Bodensee in einem kleinen Ort in der Nähe von Lindau. Und hier bietet es sich natürlich an, auf das Fahrrad zu steigen und dem Bodenseeradweg zu folgen. Also wollen wir zwei Fahrräder ausleihen. Unser Urlaubsort besitzt genau einen Fahrradverleih; der hat sozusagen eine Monopolstellung inne. Was wir dann angeboten bekamen waren keine Fahrräder mehr sondern geflickte, scheppernde, klackende Fahrgeräte, denen teilweise Metall- und abdeckende Teile fehlten. Ein ferienfrohes Fahren wäre mit solchen Geräten nicht möglich – und das für fünf Euro am Tag. Meine Probefahrten mit den mir angebotenen zwei Rädern fielen entsprechend ernüchternd aus. Und bereits während dieses Fahrens überlegte ich, ob ich mich moralisch zum Entleihen verpflichtet fühlen muss, da wir ja trotz Hochsaison noch Fahrräder angeboten bekamen, oder ob ich meinem entnervten Gefühl folgen darf, das bereits frustrierte Radfahrten antizipierte. Ich entschied mich für Letzteres, bedankte mich für die Auswahl und stellte klar, dass keines der Räder einwandfrei funktioniere und in keiner Weise meinen Ansprüchen entspräche. Wir verließen diesen Fahrradverleih des Grauens und schauen einfach in den benachbarten Orten nach Freude verbreitenden Leihrädern.
Was mich übrigens sehr wundert: Es scheint genug Leute zu geben, die solche Nicht-Fahrräder ausleihen und sogar noch gut finden…
Monatsarchiv: August 2010
Fahrradverleih des Grauens
Radweg als Felgentöter
Schon seit langer Zeit ist er mir ein Graus: Der Streifen, der nach der Überquerung einer Ampel und einem Stück (freigegebenen) Radweg auf die Maybachstraße leitet. Genau auf diesem Streifen ist eine schlaglochartige Vertiefung, die eigentlich überquert werden müsste, hielte man sich an die Verkehrsregeln. Doch solange kein parkendes Auto daran hindert, fahren die meisten Radler – wie auch ich – ein Stück weiter, um einen ebenen Übergang zu befahren.
Nun endlich habe ich das gemacht, was ich schon lange tun wollte. Ich habe die Stelle fotografiert und dem Fahrradbeauftragten der Stadt Köln eine Mail geschickt. Mal schauen, ob bzw. wann sich da was tun wird…
Werkstatt, Wartung und Fahrfreude
Wie man es doch vermissen kann… Nachdem ich mein Fahrrad am Freitag zur Wartung in die Werkstatt gebracht hatte, konnte ich es heute Morgen nun wieder abholen. Ein Wochenende ganz ohne Fahrrad ist doch ziemlich ungewöhnlich. Es fehlt einfach etwas Wesentliches.
Es war aber auch wirklich notwendig. Seit einiger Zeit hörte sich die Kette trocken und leicht schabend an. Die Gänge rasteten darüber hinaus nicht mehr vollständig gut ein. Immer wieder gab es ein zurechtrückendes Knacken beim Treten. Und die Bremshebel musste ich schon fast auf Anschlag drücken, um eine angemessene Bremswirkung zu erreichen – die auch noch immer schlechter wurde. Der quietschende Sattel war da nur eine Kleinigkeit. Um also nicht so zu enden, wie so viele Radfahrer, denen ich in der Stadt auf ihren lärmenden Rädern mit wackelnden Schutzblechen und eiernden und kratzenden Ketten begegne, musste gehandelt werden. Das Rad soll ja noch Jahre seinen Dienst leisten können. Da ich mich immer noch nicht aufraffen kann, die technische Seite eines Fahrrads im Detail zu erkunden und mich selbst handwerklich zu betätigen, musste also die Fahrt zur Werkstatt meines Vertrauens angetreten werden.
Nun hat das gute Gefährt inzwischen (für meine Verhältnisse) einiges an Kilometern hinter sich gebracht (sicherlich um die 2.700 Kilometer, den genauen Kilometerstand kann ich durch ein zwischenzeitliches Ausfallen des Tachos nicht mehr nachvollziehen). Und so war es für den Fahrradmechaniker bei einer ersten Betrachtung des Fahrrads auch gar keine Frage, dass nicht nur die Kette sondern auch der Zahnkranz ausgewechselt werden musste. Nach 2.500 bis 3.000 Kilometern sei das bei Shimano notwendig, wie er sagte. Nach meinen Fahrerfahrungen der letzten Zeit konnte ich das gut nachvollziehen. Die Bremsbeläge mussten ebenfalls ausgewechselt werden (schon wieder…). Mit Inspektion, Material und Montage kam ich so auf 120 Euro. Das ist schon in Ordnung, um weiter ein fahrtüchtiges Fahrrad zu haben, denke ich. Nett ist – nebenbei erwähnt – auch die Kleinigkeit, auf die in der Werkstatt geachtet wurde: Irgendwann in den letzten Monaten hatte ich die Schutzkappe eines Ventils verloren. Die wurde erneuert.
Fazit: Ich habe wieder ein voll funktionierendes Fahrrad, das keine Kettengeräusche mehr von sich gibt, sicher schaltet und sicher bremst. Es war einfach ein schönes Gefühl, heute Morgen das Fahrrad nicht nur entgegenzunehmen, sondern auch ein gutes Fahrgefühl genießen zu können.



