Überlegungen zum sicheren Parken

So ein Fahrrad ist ein relativ schutzloses Ding. Lediglich in Abstellräumen oder anderen Gegebenheiten zur überdachten und gesicherten Unterkunft kann von einer Sicherheit vor Klimaeinflüssen und Diebstahl die Rede sein. Würden Fahrräder Gefühle haben, würden sie solche Räume für das Verweilen wohl dem rauen Klima der Straße vorziehen. Nun sind sie allerdings frei von körperlichen Rührungen – im Gegensatz zu ihren Besitzern. Und als solcher möchte ich natürlich nicht, dass meinem Fahrrad wetterbedingte und vandalismusartige Verunstaltungen zuteil werden oder es gar gestohlen wird. Da ich mein Fahrrad nicht in das Gebäude meines Arbeitsplatzes mitnehmen kann, ist es mir lediglich möglich, beim Diebstahlschutz und vielleicht auch zur Vandalismusprophylaxe etwas zu tun.

Abstand zu parkenden Autos

Deshalb ist es täglich notwendig und hilfreich aber zugleich lästig und zeitraubend: Das Suchen eines richtigen Ortes zum Parken und das Abschließen des Fahrrades. Wie die Erfahrung lehrt, muss ich hierbei aber auf einiges achten. Da ist zunächst einmal der “Parkplatz”. Vielfach bietet sich mir zum Befestigen des Rades an einem festen Gegenstand nur ein Straßenschild. Es könnten auch Gitterzäune von Grundstücken sein. Aber die Besitzer dieser Grundstücke sehen es sicherlich nicht gerne, wenn ihr Zaun von angeketteten Fahrrädern gesäumt wird. Genervte Reaktionen wären zu befürchten, die den Zustand meines Fahrrades beeinträchtigen könnten. Da bleibe ich also bei Abwesenheit von ordentlichen Abstellanlagen beim Straßenschild mit seiner Stange. Parken am Straßenrand Autos (wie es in der Straße meines Arbeitsplatzes der Fall ist), achte ich auf einen möglichst guten Abstand zwischen Schild/Rad und parkenden Autos. Das Öffnen der Fahrertür sowie der Beifahrertür sollten durch mein Fahrrad nicht behindert werden. Gleichzeitig darf mein Fahrrad aber auch keine Fußgänger, die ggf. sogar mit einem Kinderwagen oder ähnlichen Kindertransportmöglichkeiten unterwegs sind, oder gar Rollstuhlfahrer behindern. Das gebietet schon alleine die Höflichkeit anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber. Ich möchte ja auch nicht, dass mein parkendes Fahrrad z.B. von einem anderen abgestellten Fahrrad behindert wird, wenn ich es wieder fahrbereit machen will.

Bügelschloss verbindet Hinterrad, Rahmen und Straßenschild

Der zweite, wichtige Aspekt ist die Art des Sicherns. Nicht nur aus versicherungstechnischen Gründen ist es mir wichtig, dass das Rad an einem festen Gegenstand angeschlossen ist. Täglich dient dazu also ein Straßenschild. Es heißt allgemein, dass der Rahmen fest mit einem fixen Gegenstand verbunden sein sollte. Mir ist aber mulmig zumute, wenn dabei eines der beiden Räder ohne Sicherung wäre. Deshalb müssen für mich Vorder- und Hinterrad ebenfalls gesichert sein. Ich löse das derart, dass ich den Rahmen und mein Hinterrad mit einem guten Bügelschloss an dem festen Gegenstand anschließe. Deshalb bevorzuge ich im allgemeinen auch Abstellanlagen, die mir diese Befestigungsmöglichkeit in einfacher Weise erlauben (z.B. die sog. Haarnadeln). Erwähnte Straßenschilder tun es im – nicht seltenen – Notfall auch.

Spiralschloss verbindet Vorderrad und Rahmen

Das Vorderrad sichere ich durch ein Spiralschloss, indem ich es mit dem Rahmen verbinde. Diese Schlossart ist zwar anfälliger für professionelle Diebe, es dient allerdings eher als zusätzliche Sicherheit. Gleichzeitig beuge ich dadurch aber auch vor, dass das Vorderrad sich nach links oder rechts bewegt und ggf. andere stört oder das Fahrrad aus der Balance bringt. Mein primäres Vertrauen gilt dem Bügelschloss. Das Spiralschloss ist vielleicht eher eine psychologische Beruhigung für mich, da es für den allgemeinen Passanten, der vielleicht drogen- oder alkoholgetränkt einen Spontanklau erwägt, ein Hindernis darstellt.

Sattel lehnt an Stange

Zu guter Letzt achte ich noch darauf, dass das Fahrrad stabil steht. Auch wenn das Bügelschloss für einen grundständigen Halt sorgt, kann ich ein Verrutschen des Fahrrades nicht ausschließen. Deshalb schaue ich, dass der Sattel oder die Querstange des Rahmens durch stabiles Anlehnen für relativ sicheren Stand sorgt.

Das ist also meine Art, das Fahrrad abzustellen und zu sichern. Vielleicht klingt es etwas albern oder gar kleinkariert, sich so viele Gedanken darüber zu machen. Mir gibt es jedoch ein gewisses Gefühl von Sicherheit, wenn ich mein Gefährt da draußen auf der Straße stehen lassen muss, während ich in einem Gebäude trocken, sicher und ohne die Gefahr, gestohlen zu werden, zur Arbeit gehe.

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Über Roland Brühe

Pflegepädagoge und -wissenschaftler, Popmusikhörer, Radfahrer, Hobbykoch und Genießer Zeige alle Beiträge von Roland Brühe

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